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Diesen Beitrag schiebe ich schon eine ganze Weile vor mir her. Und warum? Weil ich mich immer wieder gefragt habe, wie ich ihn denn am besten beginne. Was ich genau schreibe und ob ich damit etwas Bestimmtes erreichen will. Wann ich ihn am besten poste, damit ihn möglichst viele Menschen lesen.
Mich hat also dieser kleine, fiese und überaus pingelige Perfektionismus im Griff….gehabt, kann ich sagen, denn ich schreibe ja gerade und strecke ihm damit frech die Zunge raus.
Ja, in meinem Leben ist in den letzten Monaten unglaublich viel passiert und ich hatte das Gefühl, ständig auf der Überholspur zu fahren. Natürlich schön mit dem Fuß auf dem Gaspedal. Keine Zeit für rechts und links.
Neuer Job mit mehr Stunden, eine neue Wohnung suchen und finden, Renovieren, Abschied nehmen, Umzug, Einleben und neue Routinen finden…. Zu jedem Punkt könnte ich noch zehn weitere aufzählen und auch ganz privat hat sich einiges bei mir getan in den letzten Wochen und Monaten. Zum Beispiel bin ich Ende Januar Tante eines sehr süßen Jungen geworden, der natürlich (!) das süßeste Baby der Welt ist <3
Bei all dem ist mir dann allerdings die Zeit zum Malen, Schreiben und Bloggen abhandengekommen. Und die Muse versteckt sich gerade. Bei dem Stress ist mir das völlig klar. Da würde ich auch die Flucht ergreifen 😀
Aber….ganz ehrlich? Mir fehlt etwas. Die Auseinandersetzung mit der Malerei. Das Quälen der Pinsel. Selbst die schmollenden Bilder. Das Gefühl, wenn ich spüre „Ja. Jetzt ist es fertig.“. Die Rückmeldungen zu meinem Blog, zu meinen Gedichten. Und zu wissen, dass ich Menschen damit berühre.
Weil ich all das so sehr schätze und ich den Wert dessen, was mich wirklich, wirklich tief im Innersten bewegt, so hoch halte, will ich damit dann auch „nicht irgendwie“ beginnen. Sagt zumindest mein Kopf, wenn das Herz einen kleinen, wackligen Impuls gibt. Zum Malen. Oder zum Schreiben.
„Du musst Dich ordentlich vorbereiten.“
„Die Wohnung muss erst komplett geputzt sein und die Fenster könnten auch mal wieder…“
„Heute ist doch Dienstag!“
„Du kannst nicht einfach so anfangen….“
Papperlapapp.
Kann ich. Und mache ich.
Wie immer ungefiltert und frei von der Leber weg. Da müssen wir jetzt halt alle durch *lacht*
Ich bin wieder da.